Festplatz / Talstraße Schriesheim

nicht offener städtebaulicher Ideenwettbewerb
Wettbewerbsbeitrag
in Zusammenarbeit mit 711 Labor für urbane Orte und Prozesse
www.711lab.com

32070-GrueneWelle-Festplatz-Schriesheim-Lageplan

Idee
Die Neuordnung des Quartiers Festplatz / Talstraße orientiert sich an an den naturräumlichen Gegebenheiten des sich in ost- westlicher Richtung erstreckenden Talraums des Kanzelbachs und seiner Lage an der Nahtstelle zur historischen Altstadt Schriesheims.
Die Leitidee für die Schaffung eines identitätsstiftenden Orts generiert sich aus der Abfolge von fünf programmatischen Bändern:
Die Qualifizierung des Straßenraums der Talstraße durch die Gestaltung eines Durchgehenden Straßenprofils mit der Aufwertung der Eingangssituationen aus der Schönauer Straße, Bismarckstraße und Friedrichstraße und ihrer Fußgängerüberwege.
Dem Erweiterungsbau der Feuerwehr, der die bestehenden Bebauung zwischen Talstraße und Kanzelbach als stadträumliches Bindeglied zwischen Altstadt und Festplatz nach Osten konsequent weiterentwickelt.
Ein neuer Uferpark, der den Kanzelbach auf ganzer Länge aus seiner Verdohlung freilegt nimmt als als Erholungs- und Erfahrungsraum bestehende Freiraumstrukturen auf. Hierdurch entsteht ein naturnaher Freiraum mit hoher Aufenthaltsqualität in direkter Nähe zur Altstadt. Der neue Uferpark findet in westlicher wie in ostlicher Richtung eine Weiterführung und bindet so die bestehende fußläufige Anbindung über den Steg hinter dem Rathaus mit ein.
Der umgestaltete Festplatz, der sich als prägnanter Platzraum in ost- westliche Richtung aufspannt und dem Rathaus seine gebührende, stadträumliche Bedeutung verleiht. Seine städtebauliche Klarheit ermöglicht eine in das gestalterische Konzept integrierte Anordnung der notwendigen Stellplatzflächen sowie die uneingeschränkte Nutzung als Mathaisermarkt. Die bestehenden Querungsmöglichkeiten für den MIV über die Bismarckstraße und der Friedrichstraße werden ebenfalls in die Neuordnung integriert.
Ermöglicht wird diese klare Ausrichtung und Einfachheit durch die Schaffung einer weiteren neuen Platzkante im Norden. Diese wird gebildet durch eine prägnante Baumreihe mit Eschen und die dahinterliegende neue Wohnbebauung. Die Platzfläche bildet nach Norden eine Aufkantung in Form einer Mauer aus, wodurch die dahinterliegenden privaten Freiräume geschützt werden.

Entwurf
Die neue Wohnbebauung entwickelt sich im Wechselspiel von zweigeschossigen Doppelhäusern und Stadtvillen entlang der Steinachstraße mit einem Mehrgenerationenhaus in direkter Nachbarschaft zum Rathaus als Abschluss. Insgesamt entstehen so etwa 3.900 m2 Nettobauland mit bis zu 30 Wohneinheiten. APassive Lärmschutzmaßnahmen wie Grundrissorientierung und Pufferräume ermöglichen an diesem innerstädtischen Standort eine hohe Wohnqualität.
Im lichten Schatten der Eschen ist der Mauer ein Pflanzstreifen mit Gräsern und Stauden vorgelagert, der die Wohnbebauung vom Festplatz abschirmt und zugleich einen intimen Parkstreifen mit gärtnerischer Poetik als Rückzugsort erzeugt. In regelmäßigen Abständen führen öffentliche Durchgänge durch die Mauer Querungen des Festplatzes bis zur Steinachstraße weiter.
Ein breiter, promenadenartiger Weg erschließt dem Fußgänger den Raum und führt, gesäumt von einer Reihe Lichtmasten auf den Rathausplatz. Hier wird die Friedrichstraße aufgeweitet, als Shared Space umgewidmet und mit einem hochwertiger Natursteinbelag der Platzcharakter unterstützt. Baumreihe, Lichtmasten und die aufgeweitete Friedrichstraße markieren so den Festplatz.
Der Uferpark im Süden bietet ein breites Angebot an Liegewiesen, Spiel- und Freizeitangebote. Sitz- und Liegemobiliar in Wassernähe laden ein zur Rast, zur Lektüre oder zum Nickerchen in der Mittagspause. Durch eine gezielte Gestaltung der Gewässerstruktur und Uferbepflanzung wird auch die ökologische Qualität des Kanzelbachs deutlich verbessert.
Im überwiegenden Teil des Jahres dient die überwiegende Fläche des Festplatzes als Parkplatz mit bis zu 280 Stellplätzen, der mit zwei parallelen Fahrgassen von der Friedrichstraße, Bismarckstraße und Schönauer Straße her erschlossen ist. Die Parkplatzflächen sind angelegt als wassergebundene Feinschotterflächen, die umlaufenden Fußwege erhalten einen besonderen, hellen Asphaltbelag.
Zur Auflockerung der großen Parkplatzfläche sind vereinzelt Stellplätze in Pflanzbeete mit Sitzmöglichkeiten umgenutzt, die während des Mathaisermarkts zum Schutz in eine Abdeckung verwandelt werden können. Als räumlicher Abschluss gen Westen sowie zur Rhythmisierung der Fläche werden Pflanzinseln eingefügt, die gleichzeitig zur Infiltrierung und Reinigung des Oberflächenwassers dienen.