Dorfplatz Schönwald

Mehrfachbeauftragung 2016
zur Realisierung einer Ortsmitte
Teilnahme in Zusammenarbeit mit UA Urban Architecture, Sabine Merker & Wolfram Gothe
www.urban-architecture.com
www.architektur-zeichnung.de

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IDENTITÄT
Die Ortsmitte hat, als neues Herzstück Schönwalds, das Potential neues Leben und vitalisierende Kraft in den Ort zu bringen. Als Zeichen des Aufbruchs sieht der Entwurf drei giebelständige, ortsbildprägende Neubauten auf dem Dorfplatz vor. Die drei markanten Baukörper sind durch ihre mittige, erhöhte Lage bereits von der Ortsdurchfahrt aus gut sichtbar und haben einen großen Wiedererkennungswert. In ihrer Maßstäblichkeit und schlichten Kubaturen fügen sie sich selbstverständlich in das Dorfbild Schönwalds ein. Als Holzbauten stellen sie einen Bezug zur regionaltypischen, traditionellen Architektur des Schwarzwaldes her. Die vertrauten Bilder des Schwarzwaldhauses werden neu interpretiert in Form, Materialität, Haptik und Charme und werden auf die heutigen Nutzungsansprüche transformiert. So entsteht ein neues Stück Schönwälder Heimat, mit hohem Identifikationswert für seine Bürger und Besucher.

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STÄDTEBAU
Die klaffende Wunde Schönwalds, die leere Brachfläche der ehemaligen Uhrfabrik wird geschlossen. Das neue Herzstück Schönwalds entsteht. Mit Kirche, Hotel Falken, Klosterstüble und drei giebelständigen, ortsbildprägenden Neubauten entsteht ein geschlossenes Ensemble am neuen Dorfplatz, mit hervorragender Verknüpfung zu Rathaus und Ortsdurchfahrt. Während die Nutzungen in den Erdgeschossen den Platz beleben und bespielen sollen, kann in den oberen Geschossen bedarfsgerechter Mietwohnraum für Familien geschaffen werden. Durch die Erschließung der Wohnungen von Westen, sind sie entkoppelt von dem Geschehen auf dem Platz. Der Hangkante nach Norden folgend, ist Raum für weitere, bauliche Innenentwicklung. Um die Wiederbelebung des Hotels Falken zu begünstigen und die Attraktivität für Investoren zu steigern, soll ein Anbau und eine Erweiterung des ortsbildprägenden Hotels Falken ermöglicht werden. Das Konzept erlaubt hierbei ein flexibles Abwägen zwischen Hotelerweiterung, Wohnungsbau und Parkierungsangeboten.

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FREIRAUM
Der Entwurf verarbeitet die starke Topografie mit ortstypischen Wiesenhängen, die somit das unverwechselbare Landschaftsbild der Schönwälder Hochebene in den Ortskern hineintragen. Ein gestalterischer und raumbildender Umgang mit Böschungen, Stufen und unterschiedlichen Niveaus erzeugt eine unverwechselbare Raumgliederung. Neben topografischen Elementen wird die Platzfläche von einem Dorfbrunnen mit schlichtem Wasserspiel, sowie einem prominenten, weithin sichtbaren Aufstellplatz für Mai- bzw. Weihnachtsbaum gekennzeichnet. Gezielte Baumpflanzungen entlang der Ortsdurchfahrt und der Straße zum Kurpark verbessern die Gestaltungsqualität und stellen freiräumliche Beziehungen zum Landschafspark und Kurpark her. Eine einheitliche, neue Belagsoberfläche sorgt für einen kohärenten Platzraum, der über die Hauptstraße hinweg spannt. Es wird ein Farbasphalt vorgeschlagen, in freundlich-hellem Gaubeige. Der Baustoff Asphalt hat wirtschaftliche Vorteile in Herstellung und Unterhaltung, auch für den Winterdienst, was bei der Höhenlage Schönwalds nicht unbedeutend ist. Für die Möglichkeiten eines gestalterischen Umgangs mit Asphalt sind viele schöne Beispiele aus dem alpinen Raum bekannt.

VERKEHR
Damit Schönwald bereits auf der Ortsdurchfahrt neu wahrgenommen werden kann, soll sich der Dorfplatz bis auf die Hauptstraße erstrecken. Langfristig soll angestrebt werden, den Fahrbahnquerschnitt zu verringern und durch breitere Gehwege, Baumpflanzungen und Längsparkplätze den Einzelhandel in Schönwald zu stärken. Mit dem neuen Dorfplatz und einem grünen Platz am Kurhaus Viktoria entstehen so prägnante, ablesbare Ortseingänge Schönwalds. Zentrale Parkierungsangebote sind entscheidend für die Vitalität der neuen Ortsmitte. Gleichzeitig soll das Bild der neuen Ortsmitte jedoch nicht durch Parkplätze geprägt sein. Der Entwurf erzielt daher einen guten Kompromiss zwischen bequemer Erreichbarkeit per Auto und hoher Aufenthaltsqualität zu Fuß. Die Maßgabe von 50 Parkplätzen in der neuen Ortsmitte wird erreicht, durch 6 Parkplätze auf der unteren Ebene am Hotel Falken, 34 Stellplätze auf der oberen Platzebene und über 15 neue Längsparkplätze entlang der Ortsdurchfahrt. Der öffentliche Nahverkehr wird mit Bushaltestellen in beide Richtungen auf den Dorfplatz geholt und stärkt die Zentralität der neuen Mitte. Ein Wartehäuschen bietet Schutz vor der Witterung.
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