+++ 3. Preis Münchner Nordosten +++

2-stufiger städtebaulicher und landschaftsplanerischer Ideenwettbewerb
3. Preis
Auftraggeber: Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Fläche / Bauvolumen: 600 ha / Wohnraum für 10.000 – 30.000 Menschen
Programm: Entwicklung einer zukunftsweisenden, städtebaulichen Vision für den Münchner Nordosten
Zeitraum: 2019
In Zusammenarbeit mit
performative architektur, Stuttgart
UTA Architekten und Stadtplaner GmbH, Stuttgart
Brenner Plan GmbH, Stuttgart
www.performative-architektur.de
www.u-t-a.eu
www.brennerplan.de

 

Der Freiraum der Stadtlandschaft ist eine netzwerkartige Struktur, die alles durchdringt, gliedert, ordnet, einbindet. Alle Nutzflächen der urbanen Kulturlandschaft, seien es nun Siedlungsflächen, Sondernutzungsflächen, Depots, Infrastrukturen, Rennbahnanlagen oder Produktionsflächen der Landwirtschaft werden räumlich sowohl gegliedert als auch zusammengebunden durch ein ökologisches Netzwerk. Hierarchisch organisiert das fraktale Netzwerk die Stadtlandschaft vom großräumlichen Grünzug bis in die Parzelle hinein. Immer feiner durchwebt die organische Struktur den Raum. Das alles durchdringende Freiraumnetzwerk funktioniert auf mehreren Ebenen: Hydrologie, Vegetationsflächen, Gehölzstrukturen und Wegebeziehungen.

Das grüne Netzwerk macht keinen Unterschied macht zwischen Stadt und Land, sondern durchzieht beides gleichermaßen und verwebt beides miteinander. Das Netz bildet sowohl in der Stadtlandschaft als auch in der Agrarlandschaft die ökologische Infrastruktur. Im Stadtraum ist es zudem städtischer Freiraum sowie Rad- und Fußwegebeziehung. Das Netzwerk bleibt das gleiche, egal wie weit die Urbanisierung fortschreitet und egal mit was für Nutzungen oder mit was für Dichte die Zwischenräume gefüllt werden. Durch die Sicherstellung dieses ökologischen, funktionalen Netzwerks, wird eine fortschreitende Urbanisierung zu einem Bestandteil einer nachhaltigen, integralen, kohärenten Stadtentwicklung.

Das Wassernetz ist bildet die ökologische Pulsschlagader des Freiraumnetzwerkes. Das Gewässernetz bildet ein Gerüst zusammenhängender, ökologisch hochwertiger Biotope, aus Wasserflächen, linearen Gräben, renaturierten Bachläufen und urbanen Wasserläufen. Die urbanen Muldenrigolen dienen der Regenwasserbewirtschaftung in den Siedlungsräumen, der Retention, Infiltration und Abführung überschüssigen Regenwassers

Die Gehölzstrukturen bilden die Architektur der grünen Freiräume. Das Netzwerk wird gestärkt aber auch verdichtet, Achsen werden aufgenommen und Straßenräume im Siedlungsgebiet ins Freiraumnetzwerk integriert. Auch hier wird kein Unterschied zwischen Stadt und Land gemacht. Der Unterschied besteht in der Nutzung der Parzellen (Gebäude oder Acker), nicht aber im freiräumlichen Gliederungsprinzip der Zwischenräume. Es wird unterschieden zwischen flächigen Baumfeldern, linearen Baumreihen und punktförmigen, wasserbegleitenden Gehölzgruppen. Feldgehölze, Ufergehölze, Wäldchen in der Landschaft sowie urbane Wäldchen, Allen und Baumreihen in den Siedlungen.

Freiraumbezogene Wegebeziehungen wie ÖPNV, Fahrradschnellwege und Fahrradwege stellen den überörtlichen Zusammenhang her und liegen quer zur Unterscheidung Siedlung / Freiraum. Das Netz der Schnellradwege nimmt bestehende Radwege auf und webt sie ins grüne Netzwerk ein. Einerseits wird das grüne Netzwerk gestärkt, andererseits verwächst der Stadtteil horizontal und vertikal mit der umliegenden Stadtlandschaft. Die zentralen Orte des urbanen Lebens werden aufgegriffen, verknüpft und zusammen mit den wichtigen Freiraumachsen entwickelt.

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